Herstellung von Sonderlängen
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Mich1751
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Herstellung von Sonderlängen
Hallo, da wir heute hier Landregen haben ,habe ich bisschen gebastelt. Mir fehlen in meiner Sammlung oft Sonderlängen von Winkelbändern oder Doppelflachbändern. Z.b. 3 Loch oder 4 Loch Winkelband. Ich habe keine Lust das Geld immer zur Insel zu schicken . Habe mir ne kleine Gehrungslade gekauft und die etwas erweitert mit ner Feststellschraube und nem Unterbau. Die Bänder kriege ich ganz gut gerade gesägt. Das Feilen ist dann etwas mühsam. Die Teile sind natürlich nicht so schön wie original aber dafür könnt ich sehr viele herstellen da ich 25 Loch Bänder genug habe. Hat jemand vielleicht ne bessere Vorrichtung oder so gebaut? Vielleicht vom Sägen und Feilen her. Ich habe ne normale Eisensäge genommen..
Gruss Michael
Gruss Michael
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Norbert
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Re: Herstellung von Sonderlängen
.
Hallo Michael,
das Sägen von Metall mittels Handsäge und Gehrungslade ist, wie Du bemerkt haben wirst, ein mühsames Geschäft.
Dazu kommt, daß die Führung eines Metallsägeblattes oberhalb der Zähne erfolgen sollte, damit diese den Führungsschlitz nicht verbreitern.
Eine solche Lade gibt es aber nicht.
Für Schreiner gab es früher Gehrungssägen, bei denen das Sägblatt durch ein Gestell geführt wurde:
. Ulmia Gehrungssägen, 1966, für die es auch Metallsägeblätter gab.
Abgesehen davon, daß solche Sägen inzwischen seltene historische Werkzeuge sind, war das Ablängen von Metallprofilen eine schweißtreibende Arbeit.
Bei Deinen Anwendungsfällen fehlen den neuen Bauteilen zudem 2 - 3 mm in der Länge, Material, das in Späne verwandelt worden ist.
Zum Ablängen von Winkelträgern nehme ich inzwischen dieses Gerät:
. PROXXON Kapp- und Gehrungssäge KGS 80.
Zum Trennen von Stahl gibt es 80 mm Ø x 1 mm dicke Trennscheiben, damit ist der Verlust nicht ganz so groß, wie mit einer Säge.
Besser wäre es, die Winkel zu sägen. Es gibt zwar passende HSS-Sägeblätter von 0,5 mm Dicke, die an das Gerät passen, aber leider ist die Drehzahl zu hoch und nicht regelbar. Für einen geschickten Elektronik-Bastler sollte dieses Problem durchaus lösbar sein.
Ein weiterer Mangel ist die fehlende Beleuchtung der Schnittstelle. Das läßt sich durch eine LED an einem Schwanenhals zufriedenstellend lösen.
Zum Ablängen der doppelreihigen Lochbänder empfehle ich eine Blechschere, am besten eine stationäre Hebel-Blechschere.
Damit der Schnitt rechtwinklig wird, ist es zweckmäßig, einen entsprechenden Anschlag an das Fußteil der Schere zu klemmen.
Entstehende Verbiegungen der Schnittkanten lassen sich in einem Schraubstock wieder richten.
Um Verletzungen zu vermeiden, sind die scharfkantigen Schnittkanten mit einer Feile oder an einem Schleifband zu brechen.
Zum Ablängen normaler Lochbänder habe ich mir vor Jahren ein Werkzeug machen lassen: viewtopic.php?f=48&t=443&p=2071
Beim Treffen vor vier Wochen in Bebra hatte ich dieses Gerät dabei. Es fand so einen Anklang, daß damit mehrere hundert seltenere kürzere aus überzählig vorhanden längeren Lochbändern entstanden sind, die keiner Nachbearbeitung bedürfen.
Gruß
Norbert
.
Hallo Michael,
das Sägen von Metall mittels Handsäge und Gehrungslade ist, wie Du bemerkt haben wirst, ein mühsames Geschäft.
Dazu kommt, daß die Führung eines Metallsägeblattes oberhalb der Zähne erfolgen sollte, damit diese den Führungsschlitz nicht verbreitern.
Eine solche Lade gibt es aber nicht.
Für Schreiner gab es früher Gehrungssägen, bei denen das Sägblatt durch ein Gestell geführt wurde:
. Ulmia Gehrungssägen, 1966, für die es auch Metallsägeblätter gab.
Abgesehen davon, daß solche Sägen inzwischen seltene historische Werkzeuge sind, war das Ablängen von Metallprofilen eine schweißtreibende Arbeit.
Bei Deinen Anwendungsfällen fehlen den neuen Bauteilen zudem 2 - 3 mm in der Länge, Material, das in Späne verwandelt worden ist.
Zum Ablängen von Winkelträgern nehme ich inzwischen dieses Gerät:
. PROXXON Kapp- und Gehrungssäge KGS 80.
Zum Trennen von Stahl gibt es 80 mm Ø x 1 mm dicke Trennscheiben, damit ist der Verlust nicht ganz so groß, wie mit einer Säge.
Besser wäre es, die Winkel zu sägen. Es gibt zwar passende HSS-Sägeblätter von 0,5 mm Dicke, die an das Gerät passen, aber leider ist die Drehzahl zu hoch und nicht regelbar. Für einen geschickten Elektronik-Bastler sollte dieses Problem durchaus lösbar sein.
Ein weiterer Mangel ist die fehlende Beleuchtung der Schnittstelle. Das läßt sich durch eine LED an einem Schwanenhals zufriedenstellend lösen.
Zum Ablängen der doppelreihigen Lochbänder empfehle ich eine Blechschere, am besten eine stationäre Hebel-Blechschere.
Damit der Schnitt rechtwinklig wird, ist es zweckmäßig, einen entsprechenden Anschlag an das Fußteil der Schere zu klemmen.
Entstehende Verbiegungen der Schnittkanten lassen sich in einem Schraubstock wieder richten.
Um Verletzungen zu vermeiden, sind die scharfkantigen Schnittkanten mit einer Feile oder an einem Schleifband zu brechen.
Zum Ablängen normaler Lochbänder habe ich mir vor Jahren ein Werkzeug machen lassen: viewtopic.php?f=48&t=443&p=2071
Beim Treffen vor vier Wochen in Bebra hatte ich dieses Gerät dabei. Es fand so einen Anklang, daß damit mehrere hundert seltenere kürzere aus überzählig vorhanden längeren Lochbändern entstanden sind, die keiner Nachbearbeitung bedürfen.
Gruß
Norbert
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Mich1751
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Re: Herstellung von Sonderlängen
Danke Norbert für die Infos. Die Vorrichtung für das Schneiden ist wirklich interessant. Ich habe im Forum gesucht aber den Artikel nicht gefunden. Ich hätte mir frühes vieles selber bauen können da ich Maschinenschlosser gelernt habe und danach noch paar Jahre in der Dreherei gearbeitet habe. Danach ging es in die Theorie. Darum tut es immer so weh wenn man Meccano Messingteile kaufen muss da ich weiß das ich das früher alles selber gemacht hätte. Heute habe ich nur ne Heimwerkerwerkstatt.
Die Gehrungssäge kuckt ich mir mal an. 1mm ist schon ok. Lohnen tut sich das wahrscheinlich nicht, aber ich habe Lust zu....
Gruss Michael
Die Gehrungssäge kuckt ich mir mal an. 1mm ist schon ok. Lohnen tut sich das wahrscheinlich nicht, aber ich habe Lust zu....
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Günther
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Re: Herstellung von Sonderlängen
Hallo Michael,
auch ich habe mal Maschinenschlosser gelernt und hatte die Gelegenheit eine
Hebelschere in der Firma zu fertigen. In einem Schraubstock eingespannt hat
diese sich auch für meine Sonderlängen und schmale Bänder bewährt:
viewtopic.php?p=1119#p1119
Vermutlich ist so eine Hebelschere gar nicht so teuer, da Werkzeug allgemein
sehr preiswert geworden ist.
Gruß
Günther
Nachtrag:
Bänder schneide ich auf Länge in dem ich ein weiteres Band als Anschlag nutze.
Auch die Ecken stutze ich so und im Paket von 4-6 Bänder feile ich die Rundungen
der Lochbänder, einzeln werden diese leicht entgratet. Im Modell fällt es kaum
auf das diese Enden roh bleiben.
auch ich habe mal Maschinenschlosser gelernt und hatte die Gelegenheit eine
Hebelschere in der Firma zu fertigen. In einem Schraubstock eingespannt hat
diese sich auch für meine Sonderlängen und schmale Bänder bewährt:
viewtopic.php?p=1119#p1119
Vermutlich ist so eine Hebelschere gar nicht so teuer, da Werkzeug allgemein
sehr preiswert geworden ist.
Gruß
Günther
Nachtrag:
Bänder schneide ich auf Länge in dem ich ein weiteres Band als Anschlag nutze.
Auch die Ecken stutze ich so und im Paket von 4-6 Bänder feile ich die Rundungen
der Lochbänder, einzeln werden diese leicht entgratet. Im Modell fällt es kaum
auf das diese Enden roh bleiben.
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märklin_fan
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Re: Herstellung von Sonderlängen
Ich habe zum Ablängen von WinkelStücken immer meine kleine Flex in einen dafür vorgesehenen Trennständer eingesetzt und ein extrem dünnes Trennblatt verwendet.
Das wird genau rechtwinklig und geht schnell.
Das wird genau rechtwinklig und geht schnell.
Viele Grüße von
Erwin W.
Erwin W.
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Günther
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Re: Herstellung von Sonderlängen
...
Hallo in die Runde,
zur Fertigung von Sonderlängen „Flachbänder und Winkelträger“
stellt sich generell die Frage welche Länge möchte man erreichen?
Dazu ein Bild:
… ...
Die oberen Reihen sind Märklin Bauteile mit rund 2 mm Spalt.
Die unteren Bauteile sind von Metallus, diese stoßen aneinander.
Bei meinen Fachwerken habe ich immer Märklin bevorzugt weil
die kürzeren Längen einen großen Vorteil haben.
Flachbänder können am Knotenpunkt mehrfach überlappt,
innen am Winkelträger verschraubt werden:
… …
Meccano Material ist, soweit mir bekannt ist, genau so lang wie
Märklin. Warum Metallus abweichend gefertigt hat habe ich nie
verstanden, ein Sägespalt von 2 mm beim Ablängen stört nicht.
Gruß
Günther
...
Hallo in die Runde,
zur Fertigung von Sonderlängen „Flachbänder und Winkelträger“
stellt sich generell die Frage welche Länge möchte man erreichen?
Dazu ein Bild:
… ...
Die oberen Reihen sind Märklin Bauteile mit rund 2 mm Spalt.
Die unteren Bauteile sind von Metallus, diese stoßen aneinander.
Bei meinen Fachwerken habe ich immer Märklin bevorzugt weil
die kürzeren Längen einen großen Vorteil haben.
Flachbänder können am Knotenpunkt mehrfach überlappt,
innen am Winkelträger verschraubt werden:
… …
Meccano Material ist, soweit mir bekannt ist, genau so lang wie
Märklin. Warum Metallus abweichend gefertigt hat habe ich nie
verstanden, ein Sägespalt von 2 mm beim Ablängen stört nicht.
Gruß
Günther
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Rainer aus Berlin
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Re: Herstellung von Sonderlängen
Hallo zusammen,
nachdem ich einige Konvolute Märklin zu meinem Baukasten zugekauft hatte, stand ich auch vor der Frage, wie ich aus überzähligen 25er Flachbändern und Winkelträgern mir die Längen anfertige, die mir noch fehlten. Wie Günther schrieb, sind die Teile von Märklin etwas kürzer als die von Metallus. Da ich sowieso keine Teile von Metallus habe, war für mich klar, dass ich die Maße der Märklin-Teile einhalten möchte.
Der 2mm-Spalt, der zwischen zwei aneinander geschraubten Mrklin-Flachbändern entsteht, entspricht ziemlich genau der Dicke des Metallsägeblatts für eine handelsübliche Stichsäge für Heimwerker, wie ich auch eine habe. Dazu eine Bohrmaschine, einen Tischschraubstock, zwei Klemmzwingen etc. Daraus habe ich dann meine Methode für das Ablängen der Teile entwickelt, die ohne schweisstreibende Handsägerei auskommt, aber auch kein Spezialwerkzeug benötigt. Überhaupt habe ich keine Werkstatt im üblichen Sinn in meinem WG-Zimmer zur Verfügung; werkeln, schrauben, schlafen, computern findet alles auf den 11qm meines Zimmers statt. Meine "Werkstatt" besteht aus einem umfunktionierten Kleiderschrank von 100 cm Breite, 180 cm Höhe und 60 cm Tiefe. Darin befindet sich eine Arbeitsplatte von 96 x 55 cm, mit einer entsprechend großen Schublade für die Metallbaukastenteile, seitlichen Regalen im Innern für die Schachteln mit Kleinteilen, und unter der Platte für Werkzeug.
Ich möchte hier beschreiben, wie ich auch mit diesen wenigen Mitteln zufriedenstellende Ergebnisse bei akzeptablem Zeitaufwand erzielen konnte.
Zunächst das Werkzeug:
Links unten im Bild sind zwei Sägeblätter; das rote ist für Messing und Aluminium, das graue für Stahl. Nur dieses wird hier gebraucht. Daneben ist noch ein handelsüblicher Wetzstein zum Brechen der Sägekanten und -grate. Dann noch ein Schleifstein für die Bohrmaschine, den ich schon länger hatte, und den man z.B. ähnlich hier bekommen kann: Schleifstein für Bohrmaschine.
Beide Maschinen sind auf niedrige Drehzahlen eingestellt; das schont Werkzeug und Material. Beim Sägen habe ich zudem immer einen Tropfen Öl auf die Schnittstelle gegeben.
Als erstes habe ich als Führung für das Sägeblatt auf das abzulängende Flachband zwei weitere geschraubt, mit eine Mutter als Abstandhalter. Das ist notwendig, weil so vermieden wird, dass die Bänder, die als Führung für das Sägeblatt dienen sollen, mit den Sägezähnen in Berührung kommen. Eine Führung ist notwendig, weil es sonst kaum möglich ist, einen sauberen Anfang für den Sägeschnitt zu finden.
Das wird dann alles in den Tischschraubstock eingespannt.
Dann wird die Stichsäge mit dem Sägeblatt so in die Führung gesetzt, dass der Fuß der Säge an der Kante des Flachbandes anliegt. Dadurch wird der Schnitt rechtwinklig. Das Sägeblatt schneidet also nicht senkrecht durch die Dicke des Flachbandes, sondern waagerecht durch seine Breite. Das funktioniert ziemlich gut.
Nach einer Weile hat man so die gewünschten Längen im Rohzustand.
Um nun die Enden der Bänder rund zu schleifen, habe ich die Bohrmaschine mit dem Schleifstein im Schraubstock fixiert. Das geht ganz gut, weil die Bohrmaschine zwei parallele Kanten aufweist, die zwischen die Backen des Schraubstocks passen. Als Auflage für das Werkstück dienen zwei 5x11-Platten Nr. 11320, zusammen mit zwei Platten 5x3 Nr. 11305. Daran werden zwei Flachbänder mit einem Loch Überstand geschraubt, die als Führung einer mit zwei Stellringen fixierten 7cm-Welle 10207 dienen. Über diese Welle wird das abzurundende Ende des Flachbandes geführt. Das Ganze wird mit den beiden Klemmzwingen an der Arbeitsplatte fixiert.
Da ich Linkshänder bin, befindet sich die Werkstückauflage links von der Bohrmaschine, die auf Linkslauf geschaltet ist, damit das Werkstück beim Schleifen auf die Auflage gedrückt wird. Rechtshänder werden das vielleicht andersherum anordnen wollen; dann muss die Maschine entsprechend auf Rechtslauf geschaltet werden.
Durch vorsichtiges Führen des Werkstücks um die Welle werden die Enden rund geschliffen. An den Seiten des Flachbandes wird dabei mit wenig Druck gegen den Schleifstein gearbeitet, am Ende des Bandes dagegen wird Druck gegen den Schleifstein ausgeübt, da hier ca. 1mm mehr Material entfernt wird als an den Seiten. Das ist durch den Sägeschnitt schon gegeben und soll allmählich in die etwas größere Materialbreite seitlich übegehen (die Rundung ist nicht genau konzentrisch um den Mittelpunkt des Endlochs herum, sondern um einen Punkt etwa 1mm weiter nach hinten). Mit etwas Übung hat man den notwendigen Druck schnell heraus.
Der Vorgang hier noch mal im Video:
Flachbänder abrunden
Das Ablängen von Winkelträgern funktioniert ähnlich. Zuerst wird wieder die Sägeblattführung aufgeschraubt.
Nach dem Sägen ist eine Seite eingeschnitten. Der Träger wird nun um 90° gedreht im Schraubstock eingespannt, und jetzt dient der Schnitt seinerseits als Führung für den Schnitt der zweiten Seite.
Hier das Resultat:
Mit dem Wetzstein werden zuletzt alle Teile entgratet.
Ich hoffe, das macht Einigen hier Mut, sich auch ohne Spezialwerkzeug Flachbänder und Winkelträger passender Längen herzustellen.
nachdem ich einige Konvolute Märklin zu meinem Baukasten zugekauft hatte, stand ich auch vor der Frage, wie ich aus überzähligen 25er Flachbändern und Winkelträgern mir die Längen anfertige, die mir noch fehlten. Wie Günther schrieb, sind die Teile von Märklin etwas kürzer als die von Metallus. Da ich sowieso keine Teile von Metallus habe, war für mich klar, dass ich die Maße der Märklin-Teile einhalten möchte.
Der 2mm-Spalt, der zwischen zwei aneinander geschraubten Mrklin-Flachbändern entsteht, entspricht ziemlich genau der Dicke des Metallsägeblatts für eine handelsübliche Stichsäge für Heimwerker, wie ich auch eine habe. Dazu eine Bohrmaschine, einen Tischschraubstock, zwei Klemmzwingen etc. Daraus habe ich dann meine Methode für das Ablängen der Teile entwickelt, die ohne schweisstreibende Handsägerei auskommt, aber auch kein Spezialwerkzeug benötigt. Überhaupt habe ich keine Werkstatt im üblichen Sinn in meinem WG-Zimmer zur Verfügung; werkeln, schrauben, schlafen, computern findet alles auf den 11qm meines Zimmers statt. Meine "Werkstatt" besteht aus einem umfunktionierten Kleiderschrank von 100 cm Breite, 180 cm Höhe und 60 cm Tiefe. Darin befindet sich eine Arbeitsplatte von 96 x 55 cm, mit einer entsprechend großen Schublade für die Metallbaukastenteile, seitlichen Regalen im Innern für die Schachteln mit Kleinteilen, und unter der Platte für Werkzeug.
Ich möchte hier beschreiben, wie ich auch mit diesen wenigen Mitteln zufriedenstellende Ergebnisse bei akzeptablem Zeitaufwand erzielen konnte.
Zunächst das Werkzeug:
Links unten im Bild sind zwei Sägeblätter; das rote ist für Messing und Aluminium, das graue für Stahl. Nur dieses wird hier gebraucht. Daneben ist noch ein handelsüblicher Wetzstein zum Brechen der Sägekanten und -grate. Dann noch ein Schleifstein für die Bohrmaschine, den ich schon länger hatte, und den man z.B. ähnlich hier bekommen kann: Schleifstein für Bohrmaschine.
Beide Maschinen sind auf niedrige Drehzahlen eingestellt; das schont Werkzeug und Material. Beim Sägen habe ich zudem immer einen Tropfen Öl auf die Schnittstelle gegeben.
Als erstes habe ich als Führung für das Sägeblatt auf das abzulängende Flachband zwei weitere geschraubt, mit eine Mutter als Abstandhalter. Das ist notwendig, weil so vermieden wird, dass die Bänder, die als Führung für das Sägeblatt dienen sollen, mit den Sägezähnen in Berührung kommen. Eine Führung ist notwendig, weil es sonst kaum möglich ist, einen sauberen Anfang für den Sägeschnitt zu finden.
Das wird dann alles in den Tischschraubstock eingespannt.
Dann wird die Stichsäge mit dem Sägeblatt so in die Führung gesetzt, dass der Fuß der Säge an der Kante des Flachbandes anliegt. Dadurch wird der Schnitt rechtwinklig. Das Sägeblatt schneidet also nicht senkrecht durch die Dicke des Flachbandes, sondern waagerecht durch seine Breite. Das funktioniert ziemlich gut.
Nach einer Weile hat man so die gewünschten Längen im Rohzustand.
Um nun die Enden der Bänder rund zu schleifen, habe ich die Bohrmaschine mit dem Schleifstein im Schraubstock fixiert. Das geht ganz gut, weil die Bohrmaschine zwei parallele Kanten aufweist, die zwischen die Backen des Schraubstocks passen. Als Auflage für das Werkstück dienen zwei 5x11-Platten Nr. 11320, zusammen mit zwei Platten 5x3 Nr. 11305. Daran werden zwei Flachbänder mit einem Loch Überstand geschraubt, die als Führung einer mit zwei Stellringen fixierten 7cm-Welle 10207 dienen. Über diese Welle wird das abzurundende Ende des Flachbandes geführt. Das Ganze wird mit den beiden Klemmzwingen an der Arbeitsplatte fixiert.
Da ich Linkshänder bin, befindet sich die Werkstückauflage links von der Bohrmaschine, die auf Linkslauf geschaltet ist, damit das Werkstück beim Schleifen auf die Auflage gedrückt wird. Rechtshänder werden das vielleicht andersherum anordnen wollen; dann muss die Maschine entsprechend auf Rechtslauf geschaltet werden.
Durch vorsichtiges Führen des Werkstücks um die Welle werden die Enden rund geschliffen. An den Seiten des Flachbandes wird dabei mit wenig Druck gegen den Schleifstein gearbeitet, am Ende des Bandes dagegen wird Druck gegen den Schleifstein ausgeübt, da hier ca. 1mm mehr Material entfernt wird als an den Seiten. Das ist durch den Sägeschnitt schon gegeben und soll allmählich in die etwas größere Materialbreite seitlich übegehen (die Rundung ist nicht genau konzentrisch um den Mittelpunkt des Endlochs herum, sondern um einen Punkt etwa 1mm weiter nach hinten). Mit etwas Übung hat man den notwendigen Druck schnell heraus.
Der Vorgang hier noch mal im Video:
Flachbänder abrunden
Das Ablängen von Winkelträgern funktioniert ähnlich. Zuerst wird wieder die Sägeblattführung aufgeschraubt.
Nach dem Sägen ist eine Seite eingeschnitten. Der Träger wird nun um 90° gedreht im Schraubstock eingespannt, und jetzt dient der Schnitt seinerseits als Führung für den Schnitt der zweiten Seite.
Hier das Resultat:
Mit dem Wetzstein werden zuletzt alle Teile entgratet.
Ich hoffe, das macht Einigen hier Mut, sich auch ohne Spezialwerkzeug Flachbänder und Winkelträger passender Längen herzustellen.
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